Freitag, 24. August 2012

"Ladies and Gentelment, we will arrive in Chicago soon. We would like to say Goodbye and thanks for flying with United Airlines! We would like to say a special thank you and Goodbye to the YFU-Group of Exchange Students here on board. Have a nice year in America, learn English perfect and have fun...."


 So ungefähr begann mein Auslandsjahr jetzt wirklich in Amerika. Das erste Mal amerikanischen Boden unter den Füßen, nur noch Leute die amerikanisches Englisch reden und Aufregung pur. Ich dachte ich wäre schon in Düsseldorf aufgeregt gewesen aber je näher der letzte Flug rückte, dest aufgeregter wurde ich. Der Abschied war sehr tränenreich und schwer aber jetzt bin ich hier.
Gestern morgen sind Papa und ich dann um kurz vor halb sechs morgens los gefahren zum Düsseldorfer Flughafen. Da bin ich dann mit noch drei anderen Mädchen nach Frankfurt geflogen. Mein Koffer hatte einen Kilo Übergewicht, was aber nicht schlimm war. Mein Handgepäck wurde zum Glück nicht gewogen und die Größe nicht überprüft. In Frankfurt sind wir dann auf ca. 50 andere YFU-Austauschschüler getroffen. Dort waren dann auch die beiden Transatlantik Flugbegleiter, die uns geholfen haben. Schon eine Stunde vor Abflug mussten wir uns zum Einchecken anstellen und bekamen in vierer Gruppen einzeln Fragen gestellt, die schon etwas merkwürdig waren. Mein Koffer war natürlich pausenlos zu Hause unter Beobachtung... Jedenfalls durften wir dann endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit an Board gehen. Das Flugzeug (United Airlines, Boeing 777) war riesig. Kurz nach dem Start gab es schon etwas zu Trinken und auch das Mittagessen konnte man essen. Nach dem Mittagessen wurde für den Rest des Fluges das Licht ausgemacht, alle Fenster mussten mit der Rollade verdunkelt werden. Wer Licht haben wollte konnte über seinem Platz ein Leselicht anmachen. Im Flugzeug selbst hatte jeder im Sitz des Vordermannes einen kleinen Monitor zum Filme gucken, spielen, Musik hören und was ich gut fand eine Karte aufmachen. Auf dieser hat man immer gesehen wo man gerade war, wie hoch, wie schnell man unterwegs war, wir lange der Flug noch dauert, usw. Die höchste Geschwindigkeit die ich gesehen habe war 889 km/h. Die Außentemperatur war aber immer zwischen -50°C und -60°C, deshalb war es auch im Flugzeug relativ kalt, aber es gab Tee und Decken. Dadurch, dass es so dunkel war konnte man so auch gut schlafen. Kurz vor der Landung gab es ein Käse-Schinken-Sandwich, amerikanische Chips und einen Keks. Nachdem der Pilot uns wie oben geschrieben verabschiedet hat fingen uns dann auch die Stewardessen und die amerikanischen Leute an zu fragen wohin wir den kommen werden.
In Chicago standen wir zwei Stunden beim Zoll an, mussten dann unseren Koffer wieder ein- und auschecken. Am Schalter von American Airlines meinte dann die Frau bei der ich meinen Koffer wieder einchecken wollte es sei kein Platz mehr im Flieger, Nach meiner Aussage, dass das aber schon gebucht sei hat sie dann telefoniert und mir meine Boardingkarte gegeben. Hinter dem Check-In hat dann schon eine YFU- Frau gewartet, die dann mit uns nochmal durch alle Sicherheitskontrollen gegangen ist.
Dann hatten wir noch viel Zeit und Durst und haben uns in eine "Fressmeile" gesetzt, weil die YFU-Frau auch was Essen wollte. Marie, die auch mit mir nach Flint geflogen ist und ich wir sind nur zu McDonalds gegangen und wollten eine Cola kaufen. Wir haben dann also eine große Cola bestellt, weil wir auch noch so müde waren. Erwartet haben wir wie in Deutschland einen 500ml Becher, aber sobald man in Amerika ist bekommt man dann 1l, der aber zu mindestens einem Viertel aus Eis besteht. Die Frau von YFU meinte alles wäre hier so groß, was auch wirklich so ist. Wenn ich hier aus dem Haus rausgehe herrscht eine herrliche Stille und man hört nur die Grillen und die nächsten Nachbarn sind weiter weg.  Nach dem Colakauf hatten Marie und ich dann auch Münzen, auf denen aber keine Zahlen stehen...wie soll ich die auseinander halten?! :)
Der Flug nach Flint war meiner Meinung nach wirklich grausam. Ich hatte immer das Gefühl, ich stürze gleich ab...Das Flugzeug war so klein, an der einen Seite war sogar nur einsitzig bestuhlt und außerdem war das Personal sehr unfreundlich...
Als wir dann doch einmal gelandet sind sind wir zusammen aus dem Flugzeug rausgelaufen und standen quasi direkt in der Wartehalle, wo auch schon unsere Gastfamilien gewartet haben. Ich wurde dann schon zum ersten Mal sehr herzlich umarmt und sofort entwickelte sich ein Gespräch. Um meinen Koffer zu holen mussten wir eine Etage runterfahren. Mein Riesen-Koffer ist auch tatsächlich angekommen. Zwar ist ein Spanngurt abgerissen, aber das ist nicht so schlimm.
Dann sind wir nach Hause gefahren. Im Auto habe ich dann erfahren, dass auch Greete-Ly, meine Gastschwester, erst wenige Minuten vor mir angekommen war. Ihre ganzen Flüge wurden gestrichen, sodass sie im Hotel schlafen musste.
Vom Flughafen Flint mussten wir dann noch ca. 1 Stunde bis zum Haus fahren. Auf dem Weg sind wir dann zu Wendys gefahren. Das ist eine Fastfoodkette wie McDonalds. Dwight meint aber bei Wendys würde alles frisch gemacht und McDonalds sei immer nur letzte Wahl. Der Burger war lecker, allerdings war in Deutschland zu dem Zeitpunkt 4 Uhr morgens, sodass ich nicht sehr viel Hunger hatte und amerikanische Burger sind einfach nur riesig. Hier angekommen mussten wir noch auslosen wer welches Zimmer bekommt. Ich habe jetzt das südliche was sehr schön ist.
Als ich heute morgen um acht Uhr aufgestanden bin war ich schon die letzte und Nancy war schon auf dem Sprung, denn heute war große Zuckerrübenernte. Zum Frühstück gab es Weißbrot mit Erdnussbutter, was ich eindeutig nicht sehr lecker finde. Um neun Uhr kam Nancy dann wieder und fragte ob wir mithelfen wollten, wir könnten beide im Traktor mitfahren einer bei Dwight, einer bei Nancy. Ich war dann zuerst bei Dwight und wir sind mit einer Art Quad zum Zückerrübenfeld fahren. Dwights Vater (79) hat auf seinem Feld heute etwas ausgesät, ich glaube Rettich. Als wir ihm dann noch mal helfen mussten durfte ich auf dem Quad fahren, während Dwight geholfen hat. Das hat einfach nur Spaß gemacht, allerdings sind Dwight und ich wenn er auf der Straße gefahren ist (ich durfte vorerst nur auf dem Feld) wirklich sehr schnell gefahren.
Dann sind Dwight und ich ganz lange im Traktor über das Zuckerrübenfeld gefahren. Wir mussten mit unserem Traktor die Blätter abschneiden, sodass der Traktor hinter uns die Rüben ernten konnte. Dwight und ich haben dann auch mal eine nicht aufgesammelte Rübe probiert. Die war sehr süß und lecker.
Später bin ich dann mit einem der Erntehelfer (hier helfen sich die Farmer gegenseitig) zur Fabrik gefahren in einem riesigen Truck. Der Fahrer war sehr nett, hat mir in der Fabrik noch gezeigt wie dann aus den Rüben Zucker gemacht wird.  Aus dem Pulver was von den Rüben überbleibt wird, wenn der Zucker raus ist wird Kuhfutter gemacht.
Dann bin ich wieder zu Dwight in den Traktor gewechselt. Vorher haben wir uns noch aus einer Kühltruhe, die am Feldrand stand einen selbstgemachten Hamburger und eine Flasche Wasser geholt, die Nancy vorbeigebracht hat.
Später bin ich dann zu Nancy übergewechselt. Sie hat, nachdem Dwights Vater ausgesät hat die Rillen mit dem Traktor wieder zugezogen. Bei ihr durfte ich dann Traktor fahren. Dieser Traktor hatte allerdings GPS, ich musste also nicht lenken, solange wir nicht drehen mussten. In den Kurven musste ich dann aber doch lenken und immer das Gerät hinten am Traktor hoch und runter klappen.
Das ganze hat insgesamt ungefähr 7-8 Stunden gedauert. Während der ganzen Zeit habe ich mich immer mit Nancy/Dwight unterhalten, was auch gut geklappt hat. Es ist für mich zwar manchmal sehr schwierig zu verstehen, was sie reden aber insgesamt klappt das gut. Meinen Namen auszusprechen klappt jetzt auch schon. Allerdings sagen beide ich hätte einen lustigen Akzent, wenn ich reden würde.
 Danach sind wir wieder zurück zum Haus gefahren, Greete-Ly und ich sind jetzt hier immer noch. Ins Internet kommt man nur, wenn man sich per USB-Kabel mit dem Internet verbindet.
Eigentlich bin ich noch sehr, sehr müde aber Nancy und Dwight arbeiten immer noch. Zum Abendessen haben Greete-Ly und ich uns Sandwiches gemacht.


Also das ist jetzt vor dem Haus oben das Fenster ist mein Zimmer.



Das ist der Traktor mit dem ich gefahren bin...


Das Haus



Der Eingang

Mein Zimmer fotografiere ich dann noch ein anderes Mal :)
Liebe Grüße aus Michigan,

Louisa



4 Kommentare:

  1. Hallo Louisa,

    danke für Deinen schönen Bericht! Wir freuen uns sehr, von Dir zu hören. Einige Fragen haben wir noch:
    Wie ist das Wetter in Michigan? Es sieht ja sehr sommerlich aus.
    Hat der Mann am Zoll bei der Einreise Dich eigentlich willkommen in den USA geheißen? Welcome to the US?
    Hast Du keine Schuhe mit? Oder warum läufst Du barfuß auf den Feldern herum?
    Das mit dem Koffer, der zu Hause "unter ständiger Beobachtung" stand und die "komischen Fragen" haben wir nicht verstanden. Wer hat welche Fragen gestellt?
    Lieben Gruß
    Mama und Papa

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  2. Hey,
    das hört sich ja schon gut an:D Ich freue mich für dich, dass du so herzlich aufgenommen wurdest und wünsche dir weiterhin viel Spaß

    Ganz liebe Grüße
    Anna

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  3. Aaaaalles Liebe aus Deutschland!! <3 Es hört sich ales sooo toll und aufregend an!!! :) Die Familie scheint ja ganz nett zu sein, oder? Ich freu mich immer so, etwas von dir zu hören!! :D
    Marlena <3 <3

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  4. Hey Louisa, Das Haus ist meeeega schön! Und das wetter scheint ja auch super zu sein:D
    ich fands super dass du so ausführlich berichtet hast da kann man sich alles noch besser vorstellen:))
    ich wünsch dir (mal wieder XD) gaaaanz viel spaß noch in america!!!
    <3 Paula

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